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Brandenburger Schmerzkonferenzen besiegen den Krebsschmerz

Vorbildlich: Flächendeckendes Angebot für Tumorschmerzpatienten

Als vor mehr als 20 Jahren die erste Interdisziplinäre Schmerzkonferenz (ISK) im heutigen Land Brandenburg ihre Arbeit in Teltow aufnahm, waren mehr als 50 % der vorgestellten Patienten Krebsschmerz- und/oder Palliativpatienten. Heute stellen Krebsschmerzpatienten mit nur 4 % eine Rarität da. „Diese geringe Anzahl von Krebsschmerzpatienten belegt den großen Erfolg der vor 20 Jahren umgesetzten Idee, Schmerzprobleme interdisziplinär direkt am Patienten zu besprechen“, freut sich Dr. Knud Gastmeier, Sprecher des Regionalen Arbeitskreises Brandenburg der Deutschen Gesellschaft zum Studium des Schmerzes e.V. (DGSS). Mit den modernen Methoden sind mehr als 90 % aller Krebsschmerzen therapierbar. „Dass man ein so flächendeckendes, landesweites Therapieangebot für Krebsschmerzpatienten eines Tages erreichen könnte, davon war vor 20 Jahren nicht einmal zu träumen“, so Gastmeier.

Nur noch 4 % Krebsschmerzpatienten

Laut einer aktuellen Umfrage unter den 20 Brandenburger ISK Leitern treffen sich jeweils durchschnittlich elf Konferenzteilnehmer einmal im Monat und begutachten dann zwei bis vier Patienten direkt. 48 % der Patienten leiden an chronischem Rückenschmerz, 17 % an Schmerzen, die das Nervensystem (z.B. Gürtelrose, Phantomschmerzen) betreffen und 16 % an Kopf- u. Gesichtsschmerzen. Krebsschmerzpatienten machen nur 4 % aus. Neben der monatlichen Schmerzkonferenz wurde in Brandenburg, insbesondere mit der Landesärztekammer und dem Interdisziplinären Arbeitskreis Brandenburger Schmerztherapeuten, ein umfassendes Fortbildungsangebot zur Schmerz- und Krebsschmerztherapie organisiert. Die ISK-Mitglieder nutzen darüber hinaus seit 1990 zweimal jährlich die Möglichkeit, sich beim „Potsdamer-Analgesie-Sonnabend“ fortzubilden und aktuelle Probleme der Krebs- und Schmerztherapie zu diskutieren.

Schneller Informationsaustausch

Dass nur noch 4 % der vorgestellten Patienten Krebsschmerzpatienten sind, liegt darin begründet, dass das in der modernen Krebsschmerztherapie bestehende Potential von den Ärztinnen und Ärzten der ISK voll ausgenutzt wird. Weiterhin bringt es die Arbeitsweise in den ISK mit sich, dass interdisziplinär immer ein kurzfristiger Informationsaustausch über Therapie und Komplikationsbeherrschung möglich ist, so dass eine Vorstellung bei erfolgreicher Therapie in der ISK nicht mehr notwendig wird. „Damit dürfte Brandenburg auch deutschlandweit eine Spitzenposition beim Hilfeangebot für Krebsschmerzpatienten haben“, schätzt Knud Gastmeier. „Dieser Erfolg macht jedoch Mut, sich auch mit anderen Problempatienten immer wieder interdisziplinär auseinander zusetzen.“

Ansprechpartner

Dr. Knud Gastmeier, AOZ Potsdam, Karl Marx Str. 42, 14482 Potsdam-Babelsberg, http://www.praxis-gastmeier.de, Tel. 0172 2696091